Lines/Linien -

09.09.2013 - 03.11.2013

“Linien sind die ästhetische Form, die uns im Alltag berührt. Die zarten Striche der Wimpern eines Kindes, die Linien, die die Jahre in das Gesicht eines älter werdenden Menschen zeichnen, aber auch der geschwungene Verlauf eines Flusses, einer architektonischen Form oder die kahlen Zweige, die sich im Winter schwarz gegen den Himmel abzeichnen.”


S T O R E ist mit vier Beiträgen an der Ausstellung Lines/Linien im Kunsthaus Dresden beteiligt. Die Ausstellung wurde kuratiert von Christiane Mennicke-Schwarz (Künstlerische Leitung Kunsthaus Dresden) und Anna Till (freie Choreografin, Dresden und Berlin) und beschäftigt sich mit Linien als ästhetische Form, die uns im Alltag berühren und innerhalb der Kunst uns die Idee selbst zu begreifen möglich machen. In einer Kabinettaustellung zeigt der Freundeskreis des Kunsthauses ausgewählte Zeichnungen nach einer Auswahl von Elly Brose-Eiermann.


I. Marcel Tarelkin in der Ausstellung:


Marcel Tarelkin (*1982) lebt und arbeitet in Berlin
bereits mit TRANSFORMER (22.11.–03.12.2012) war Marcel Tarelkin im S T O R E zu sehen.


“Stellen wir uns (…) zwei Knaben vor, die blitzschnell das Lid des rechten Auges bewegen. Beim einen ist es ein ungewolltes Zucken, beim anderen ein heimliches Zeichen an seinen Freund. Als Bewegungen sind die beiden Bewegungen identisch; vom Standpunkt einer photographischen, »phänomenologischen« Wahrnehmung, die nur sie sieht, ist nicht auszumachen, was Zucken und was Zwinkern war oder ob nicht gar beide gezuckt und gezwinkert haben.”
[Clifford Geertz (1987): Dichte Beschreibung. Bemerkungen zu einer verstehenden Theorie von Kultur, in: DERS.: Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme, Übersetzt von B. Luchesi und R. Bindemann, Frankfurt/Main: Suhrkamp, S. 10-11]


II. ‘Anmerkungen zum beidhändigen Zeichnen’ theoretischer Vortrag von Gila Kolb / 06.10.13, 19 Uhr


Die beidhändige Zeichnung erweist sich nicht nur als aktuell vielfach verfolgte künstlerische Praxis (vgl. zum Beispiel Dieter Roth, Alighiero e Boetti, Morgan O ´Hara, Maria Garcia Torres). Sie ist zudem seit über 100 Jahren als Übung im Kunstunterricht vorzufinden und bis heute Bestandteil von Lehrbüchern für den Kunst – bzw. Zeichenunterricht. Von der 1903 ins deutsche übersetzten Schrift James Liberty Tadds “Neue Wege zur künstlerischen Erziehung der Jugend” von 1899, der das beidhändige Zeichnen von Kreisen an der Tafel als Übung mit dem Ziel einer motorischen Schulung für eine später einhändige Zeichenpraxis “nach der Natur” vorsieht, über die rhythmisierte und ebenfalls symmetrisch angelegte beidhändige Übung des 1963 von Johannes Itten dokumentierten Bauhaus-Vorkurses zum Kunstpädagogen Gert Selle, der 1988 das beidhändige Zeichnen als Ausdrucksform körperlicher Sinne aufbringt, lassen sich dazu Beispiele finden. (…)


Gila Kolb (*1979) kiss- Stipendiatin 2005, 2007-2011 wiss. Mitarbeiterin an der Kunsthochschule Kassel / seit 2009 Arbeit als freie Kunstvermittlerin in Ausstellungen zeitgenössischer Kunst / Stipendiatin im Promotionskolleg “Gestalten und Erkennen – Kompetenzbildung in den künstlerischen Fächern und Fachbereichen der Schule” / Mitglied der Initiativgruppe BuKo12.


III. ‘s_t/ab.ile’ eine audio-visuelle Live-Performance von Fernando Visockis / 29.09.13, 20.30 Uhr





Fernando Visockis is a multimedia artist with vast interests in music composition [electronic and acoustic], audiovisual installations, digital media and sound art. BA in Music Composition [with emphasis in electroacoustic music] by Universidade Estadual Paulista [UNESP], has been developing audiovisual projects since 2008, with works shown in Brazil, Portugal, Spain, Germany, Bulgaria, South Korea, Hong Kong, Japan and United Kingdom. Is founder-member of the partnership named PirarucuDuo , of the experimental music group Basavizi and is also known as FVM aka mochka.
Fernando Visockis (*1987) lives and works in São Paulo


IV. Line-Dance-Workshop für Jung und Alt (Dauer: 1,5 h) / 29.09.13, 16.30 Uhr und 06.10.13, 16.30 Uhr


Yvette Roch zeigt mit Ihrer Line-Dance-Gruppe ein paar einfache und klassische Übungen, die mit den Teilnehmern einstudiert werden sollen. Line Dance ist eine choreografierte Tanzform, bei der einzelne Tänzer_innen in Reihen und Linien vor-und nebeneinander tanzen. Line Dance ist konzeptionell ein Gruppentanz, auch wenn Soli möglich sind. Unabhängig von Geschlechterrollen bildet der heutige Line Dance das Gegenstück zu allen traditionellen und modernen Formen des Paartanzes. (Wiki)