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09.06.2011 - 17.06.2011



Abel Tal is a young promising artist from Seattle (USA). He has a history in motor racing and ice hockey which he reflects in his art. For the first time his work will be displayed in mainland Europe.


Wie bist du auf den S T O R E aufmerksam geworden?


Durch einen befreundeten Künstler aus New York, der auf dem Weg von Berlin nach Prag in Dresden Halt gemacht hat und bei einer Eröffnung im S T O R E war. Er hat mir begeistert von dem unförmigen kleinen Raum erzählt. Wir haben uns die website angesehen und ich fand den Raum großartig für meine eigenen Arbeiten.


Deine Arbeiten haben ja immer einen starken Bezug zu deiner Vergangenheit als Motorsportler und als
Eishockey Spieler. Welche Bedeutung hat die Beschäftigung mit „Zeit“ in dieser Arbeit vor diesem Hintergrund?


Zeit ist sowohl im Eishockey als auch im Motorsport ein wichtiges Moment. Während eines Spiels oder eines Rennens rast die Zeit und man fliegt förmlich mit ihr. Wenn man aber auf der Strafbank sitzt pulsieren die Sekunden förmlich im Kopf und zwei Minuten eines spannenden Spieles dehnen sich bis zur gefühlten Ewigkeit. Bei einem Boxenstopp passiert etwas ganz ähnliches, man steht unter einer solchen Spannung wegen dem was parallel draußen passiert, aber man muss dennoch warten und ruhig bleiben um schnell wieder ins Rennen zu kommen. Dann spürt man die Zeit ebenso heftig hämmern. Durch das Verstärken des Zeigertickens habe ich versucht dieses Gefühl nachvollziehbar zu machen.


Eine herkömmliche Uhr, ein Kofferverstärker und ein paar Kabel?


Mir ist es wichtig Dinge aus dem Alltäglichen aufzugreifen, die nicht bereits durch ihr Design im Kunstkontext stehen könnten. Ein handelsübliche Funkuhr und ein prototypischer Kofferverstärker kennt jeder. Die Dinge selbst sollen eher unaufdringlich sein und sich dem Arrangement unterordnen; Es geht mir nicht nicht um Materialität, sondern primär um eine bestimmte Idee. Durch den sparsamen Aufbau gerät der Blick zur Uhr verstärkt in den Focus.


Es ist ja nicht das erste Mal das du in deinen Installationen mit Sound arbeitest?
Welche Rolle spielt der Sound bei der hier realisierten Arbeit?


Ich begreife Sound vor allen Dingen als raumgestaltendes Element. Durch den Schall wird die Topografie des Raumes auditiv erfahrbar gemacht. Die bekannte Bewegung des Zeigers wird durch die elektromagnetische Tonabnahme physisch erfahrbar gemacht. Der zarte Sekundenzeiger wird zum unerbittlichen Taktgeber.


Deine letzten Ausstellungen wurden ohne deine Anwesenheit realisiert. Auch uns hast du ausschließlich einen Aufbauplan und eine Liste der zu verwendeten Dinge geschickt. Der Aufbau – also die Realisierung deiner Idee – lag damit absolut in unseren Händen Hast du keine Bedenken, dass sich deine Arbeit dadurch zum Nachteil verändert könnte?


Ich mache sehr genaue Anweisungen. Ich skizziere die Anordnung im Raum und fertige detaillierte Beschreibungen der Gegenstände an. Natürlich habe ich keinen Einfluss auf das genaue Aussehen der letztendlich verwendeten Dinge. Aber gerade darum geht es bei meiner Arbeit. Eine Ausstellung entsteht immer durch die gute und teilweise blinde Zusammenarbeit vieler Beteiligter, ähnlich dem Zusammenspiel einer Mannschaft. Ein grundständiges Vertrauen in die Übertragbarkeit und Haltbarkeit der eigenen Idee ist da unabdingbar. Abseits jeder Romantik um die künstlerische Arbeit, geht es mir darum so professionell wie möglich mit meinen persönlichen Ideen umzugehen und diese in ein Stück Allgemeingültigkeit zu übersetzen. Man könnte sagen ich betreibe eine Art „out
sourcing“ der Realisierung meiner Ideen. Das macht mich sehr flexibel.


Interview via Email vom 08.06.11